Blog der Heilpraxis für Physiotherapie Heike Amthor in Leipzig
5. Juli 2026

Low-Level-Laser

Wie Licht in der Therapie unterstützen kann

Laser klingt für viele Menschen zunächst nach Hitze, Schneiden oder sehr starker Technik.

Beim Low-Level-Laser ist das anders. Hier wird Licht nicht eingesetzt, um Gewebe zu zerstören oder zu erhitzen. Es geht um Licht bestimmter Wellenlängen, das im Gewebe biologische Prozesse beeinflussen kann. In der Fachsprache wird dafür häufig der Begriff Photobiomodulation verwendet.

Damit ist gemeint: Licht wird von bestimmten Strukturen im Gewebe aufgenommen und kann dort Zellprozesse mit beeinflussen. Entscheidend sind dabei nicht nur die Wellenlänge, sondern auch Leistung, Dosis, Behandlungsdauer und die Art des Gewebes.

Rotes Licht um etwa 650 Nanometer wird eher für oberflächennahe Strukturen genutzt. Es erreicht vor allem Haut, Schleimhaut, Narben, oberflächliche Wunden oder Akupunkturpunkte. Die Eindringtiefe ist begrenzt und wird häufig im Bereich von etwa 0,5 bis 1 Zentimeter beschrieben.

Nahes Infrarotlicht im Bereich von etwa 700 bis 1000 Nanometern dringt tiefer ins Gewebe ein. Es ist für das menschliche Auge nicht sichtbar und wird häufig bei Beschwerden im Bereich von Muskeln, Sehnen, Gelenken oder Rücken eingesetzt. Wie tief das Licht tatsächlich wirkt, hängt von mehreren Faktoren ab: vom Gerät, von der gewählten Einstellung, vom Gewebe und davon, wie die Behandlung durchgeführt wird.

In meiner Praxis arbeite ich mit einem Kombigerät und mit einem Punktlaser von Biolas. Das Kombigerät eignet sich, wenn ein etwas größerer Bereich behandelt werden soll. Den Punktlaser nutze ich, wenn ich sehr gezielt arbeiten möchte, zum Beispiel an Akupunkturpunkten oder an kleinen, klar begrenzten Arealen.

Was passiert dabei im Gewebe?

Vereinfacht gesagt können bestimmte Zellstrukturen auf Licht reagieren. Häufig werden in diesem Zusammenhang die Mitochondrien genannt, also die Zellbereiche, die an der Energieproduktion beteiligt sind. Über diese Prozesse können Zellstoffwechsel, lokale Durchblutung, Entzündungsregulation und Gewebereparatur beeinflusst werden.

Das bedeutet nicht, dass Laserlicht „alles heilt“. Aber es kann ein sinnvoller Impuls sein, wenn Gewebe gereizt ist, Schmerzen im Vordergrund stehen oder Heilungs- und Regenerationsprozesse unterstützt werden sollen.

Ich nutze Low-Level-Laser gern ergänzend bei oberflächlichen Wunden, Narben, Schleimhautreizungen, Akupunkturpunkten, Muskel- und Sehnenbeschwerden, Gelenkbeschwerden oder Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates.

Die Behandlung selbst ist in der Regel schmerzfrei. Viele Menschen spüren währenddessen wenig oder gar nichts. Manche empfinden die Anwendung als angenehm, weil kein Druck, kein Zug und keine mechanische Belastung auf das Gewebe kommt. Gerade bei sehr empfindlichen Bereichen kann das ein Vorteil sein.

Wichtig ist dabei: Lasertherapie ersetzt keine Untersuchung und keine gezielte Behandlung. Sie ist ein Baustein innerhalb der Therapie und muss zum Befund passen.

Vor jeder Anwendung ist deshalb wichtig:

Welcher Bereich soll behandelt werden?
Geht es um Haut, Narbe oder Schleimhaut?
Oder eher um tieferliegende Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Gelenke?
Ist eine flächigere Behandlung sinnvoll oder ein einzelner Punkt?

Auch Low-Level-Laser ist nicht für jede Situation geeignet. Besonders die Augen müssen geschützt werden. Vorsicht ist außerdem sinnvoll bei unklaren Hautveränderungen, Tumorerkrankungen, Schwangerschaft, bestimmten Medikamenten oder wenn die Ursache der Beschwerden nicht geklärt ist.

Wenn Low-Level-Laser zur Situation passt, kann er eine sanfte Ergänzung sein: als Lichtanwendung, die schmerzhafte oder gereizte Bereiche beruhigen, Gewebereaktionen beeinflussen und die weitere Behandlung unterstützen kann.

Quellen

de Freitas & Hamblin 2016 – Proposed Mechanisms of Photobiomodulation or Low-Level Light Therapy
Cotler et al. 2015 – The Use of Low Level Laser Therapy (LLLT) For Musculoskeletal Pain
Taha et al. 2024 – The Effects of Low-Level Laser Therapy on Wound Healing and Pain

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