6. Juli 2026
Das Novafon
Gezielte Vibration in der physiotherapeutischen Behandlung
Viele meiner Kund:innen fragen mich, wie die gezielte Vibrationstherapie mit dem NOVAFON die Behandlung unterstützen kann.
Das NOVAFON ist ein lokales Vibrationsgerät. Es überträgt mechanische Schwingungen über die Haut in das darunterliegende Gewebe. Diese Schwingungen werden vom Körper als Vibration wahrgenommen und können je nach Einstellung, Aufsatz und Behandlungsziel unterschiedlich genutzt werden.
In der Physiotherapie wird lokale Vibration eingesetzt, um Muskelspannung, Schmerzempfinden, Durchblutung und Körperwahrnehmung zu beeinflussen. Studien zur lokalen Vibration beschreiben unter anderem Effekte auf Muskelaktivität, Muskeltonus, Blutfluss und Schmerzverarbeitung. Für die praktische Behandlung bedeutet das: Gezielt eingesetzte Vibration kann helfen, verspannte Bereiche leichter zur Entspannung zu bringen, Muskulatur wieder an ihre Funktion zu erinnern, die lokale Durchblutung zu unterstützen und Schmerzen günstig zu beeinflussen.
Ich arbeite unter anderem mit dem NOVAFON Power 2. Das Gerät bietet drei Frequenzeinstellungen, die ich je nach Befund und Therapieziel auswähle:
- 50 Hz nutze ich eher zur Entspannung, Regulation und Regeneration. Diese Einstellung kann sinnvoll sein, wenn Muskulatur sehr verspannt ist oder Gewebe empfindlich reagiert.
- 75 Hz setze ich ein, wenn die Aktivierung der Muskulatur oder die Wahrnehmung eines Bereichs im Vordergrund steht. Das kann zum Beispiel nach Schonhaltung, bei Bewegungsunsicherheit, Lähmungen oder schlecht wahrnehmbaren Körperbereichen sinnvoll sein.
- 100 Hz nutze ich eher zur Schmerzbeeinflussung oder wenn ein deutlicherer sensorischer Reiz gebraucht wird.
Die Frequenz allein entscheidet aber nicht über die Wirkung. Wichtig ist immer der konkrete Befund. Ich schaue, wo behandelt werden soll, wie das Gewebe reagiert, ob der Bereich empfindlich, verhärtet, schmerzhaft oder schlecht wahrnehmbar ist und welches Ziel sich daraus für die Anwendung ergibt.
Auch die Dauer der Anwendung richtet sich nach dem Befund. Manchmal reichen wenige Minuten. In anderen Fällen kann eine längere Anwendung sinnvoll sein, zum Beispiel bis zu etwa zehn Minuten. Mehr ist dabei nicht automatisch besser. Unter meinen Händen spüre ich, wie das Gewebe auf den Reiz reagiert: ob Spannung nachlässt, der Bereich weicher wird oder sich die Gewebequalität verändert.
Zusätzlich kann ich mit verschiedenen Aufsätzen arbeiten. Dadurch lässt sich die Anwendung weiter anpassen: flächiger oder punktueller, sanfter oder intensiver, je nachdem, was erreicht werden soll.
Ich setze zum Beispiel gern den Magnetaufsatz ein, wenn ich sehr punktgenau arbeiten möchte. Durch seine spitz zulaufende Form werden die Schallwellen stärker gebündelt als bei flächigeren Aufsätzen. Dadurch kann eine intensivere Tiefenwirkung entstehen – zum Beispiel bei Triggerpunkten und Myogelosen.
Sinnvoll kann die Anwendung mit dem NOVAFON außerdem zum Beispiel sein bei:
- Narbenbehandlung nach abgeschlossener Wundheilung
- begleitend vor oder nach manueller Behandlung
- zur Unterstützung von Bewegungsübungen
Die Anwendung sollte dabei nicht beliebig erfolgen. Nach einer Operation arbeite ich zum Beispiel erst in Narbennähe, wenn die Wundheilung abgeschlossen ist. Auf frischen, offenen Wunden oder nicht abgeheilten OP-Narben wird nicht behandelt.
Nicht angewendet wird das NOVAFON bei akuten Entzündungen, Fieber, Thrombosen, instabilen Wirbelsäulenabschnitten oder ungeklärten Beschwerden. Vorsicht ist auch bei Epilepsie oder anderen Anfallsleiden geboten; hier sollte vorher ärztlich abgeklärt werden, ob eine Anwendung sinnvoll ist.
Wenn das NOVAFON passend eingesetzt wird, kann es eine gute Ergänzung zur physiotherapeutischen Behandlung sein. Es kann helfen, Gewebe vorzubereiten, Muskelspannung zu beeinflussen, Schmerzen zu regulieren und die Körperwahrnehmung zu verbessern. Entscheidend ist dabei nicht das Gerät allein, sondern die passende Einbindung in die Behandlung zum richtigen Zeitpunkt.
